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„titriert“ – Polytrauma im Rettungsdienst

Aktuelles zur S3-Leitlinie Polytrauma der DGU und deren Implikationen für den Rettungsdienst - direkt zum reinhören.

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2 Gedanken zu „„titriert“ – Polytrauma im Rettungsdienst

  1. AvatarIdefix

    Liebe Kollegen,
    Danke für euren Podcast/Podcasts.

    Ein paar Fragen/Anmerkungen.
    Ihr erwähnt die großzügige Intubation z.B. beim offenen US-Trauma, weil ja sowieso in den OP.
    Ich würde dies nicht so entspannt sehen.
    - eine Anaögesie müsste auch ohne Verlust der Schutzreflexe möglich sein.
    - Narkose und Intubation präklinisch immer risikoreich
    - kein Gespräch mehr möglich, keine Untersuchung z.B. Neurologie
    - längere Beatmungszeit
    Um nur ein paar zu nennen.
    Dann die Intubation, weil der RTH das sowieso macht.... Stimmt auch nicht, nebenbei beim ADAC z.B. > 80% Anästhesisten.

    Bzgl. Pneu.
    ihr erwähnt, beim Polytrauma jeden Pneu zu entlasten. Dies widerspricht den Leitlinien und auch meiner Erfahrung.
    Spannungspneu klar. Beatmung auch. Aber spontan atmend... nicht unbedingt.

    Dies 2 Punkte, die ich nur kurz ansprechen und im Rahmen meiner aktuellen Infuenza nicht im Detail ausführen will.

    Merci für den Podcast.... und viel Spaß weiterhin.

    Antworten
    1. Johannes PottJohannes Pott

      Vielen Dank für deinen Kommentar, ich möchte kurz dazu Stellung nehmen.

      Zur Intubation des offenen US-Traumas:
      Natürlich ist eine Analgesie ohne Verlust der Schutzreflexe möglich und wird beim isolierten Trauma auch oft durchgeführt. Eine präklinische Narkoseeinleitung ist risikoreicher als unter optimalen Bedingungen im OP, das stimmt.
      Was wir ausdrücken möchten ist, dass eine Narkoseeinleitung präklinisch immer eine Abwägungssache ist. Wenn wir aber genau wissen, dass ein Patient bei uns mehr oder minder direkt in den OP geht, sind wir mit der Entscheidung für eine Narkoseeinleitung großzügiger, wenn auch noch andere Faktoren dafür sprechen.
      Die Indikation für die Narkoseeinleitung beim Polytrauma für einen RTH-Transport ist aus unserer Erfahrung großzügiger, da in der Luft ebendiese nicht mehr möglich ist. Das Argument mit beim ADAC fliegen mehr als > 80 % Anästhesisten lasse ich nicht zählen. Ich erwarte von jedem Notarzt eine sichere Narkoseeinleitung, unabhängig von der Fachrichtung.

      Was den Pneu angeht. Natürlich gehört der kleine Mantelpneu präklinisch nicht entlastet, ob ich den aber präklinisch sicher diagnostizieren kann, ist sehr fraglich. Große Pneumothoraxes gehören beim beatmeten Patienten umgehend entlastet, nur nicht beatmetete Patienten mit Pneu können engmaschig klinisch beobachtet werden. Da hast Du also Recht. Wobei ich auch beim schweren Thoraxtrauma die Indikation zur Narkose eher großzügig stelle.

      Viele Grüße,

      Johannes

      Antworten

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