5 Kommentare

  • Avatar Henrik

    Ich finde zur Patientenaufklärung im Nachhinein auch einen Patientenbrief nicht schlecht. Damit in patientenverständlichen Worten die Diagnosen, Maßnahmen und notwendige weitere Therapien zu lesen sind. Da kann man dann auch potentielle Nebenwirkungen reinschreiben.
    Und man muss auch nicht erklären, wie genau das passiert, dass Metamizol Halsschmerzen macht, sondern nur dass.
    Etwas nur in den Brief an den Hausarzt zu schreiben, finde ich suboptimal, denn was passiert, wenn das am Wochenende ist und der Arzt sonstwo nichts vom KH-Aufenthalt weiß?

  • Avatar Norbert

    Bei uns im Haus sind wir tatsächlich recht konsequent was die Metamizolgabe angeht
    – jeder Patient wird in der PräMed über eine zeitversetzte Immunschwäche mit Krankheitssymptomen aufgeklärt (damit sind die Chirurgen für die Aufklärung raus)
    – keine notierte Aufklärung -> keine Novalgingabe im OP
    – ausländische Patient*innen bekommen kein Metamizol (keine Zulassung in vielen anderen Ländern, haben recht viel Klientel aus USA)
    – sonst ist es unser Standartnichtopioid für Weichteileingriffe – der Rest bekommt bei (fehlenden KIs) Ibuprofen – aber auch in Ermangelung an Alternativen bei uns. Paracetamol ist halt kein Schmerzmittel 😀 Was ist bei Euch die Alternative?

    Aber eine SOP gibt es bei uns tatsächlich nicht – danke für die Info über den Artikel im „Der Chirurg“ … da stöber ich gleich mal und tippe was fürs Haus zusammen.

    • Thorben Doll Thorben Doll

      Hey Norbert,

      das hört sich sehr gradlinig an. Bei uns ist es individuelle Entscheidung des Anästhesisten. Ich kläre Blutbildungsstörung und Immunschwäche auf. Eine SOP haben wir leider nicht. Wenn du tatsächlich eine fertig machst, würde ich mich freuen einen Blick da rein werfen zu dürfen. Ich sehe Ibuprofen als sinnvollste Alternative und nutze es bei fehlende Kontraindikationen bzw. Risikofaktoren auch so. Paracetamol ist keine Alternative. Die Cox-2 Inhibitoren bieten aus meiner Sicht keinen Zusatznutzen bei schlechter untersuchtem Risikoprofil.

      Unsere Chirurgen / Internisten nutzen das Novalgin allerdings auch in der Notaufnahme; ohne Aufklärung. Genauso habe ich es bis jetzt präklinisch gehandhabt (z.B. bei Nierenkoliken). Auch wenn die Handlungsempfehlung nicht auf dieses Setting abzielt halte ich das für schwierig. Wie siehst du das?

      Die Unterscheidung nach Nationalität habe ich bisher noch nie gemacht. Ist aber ein interessanter Ansatz.

      Lieben Gruß

      Thorben

      • Avatar Norbert

        Moin zurück,

        im OP haben wir halt das Problem, dass es ja wenig Alternativen gibt, die man als peripheres I.v. Analgetikum geben kann. Da bin ich auch schnell bei Novalgin – alternativ haben wir noch Parecoxib.

        Zur präklinischen bzw. Verabreichung in der ZNA
        ohne Aufklärung: ich finde es nicht praktikabel einem akut-schmerzgeplagten Patienten noch irgendwas über das Immunsystem und Grippesymptome zu erklären (ähnliches Setting im Kreißsaal zur PDA Aufklärung unter starken Wehen – finde ich genau so Grenzwerten). Was man sicher fragen sollte (aber das macht denk ich fast jeder) ob Allergien bekannt sind. Hatte gerade letzte Woche wieder einen Patienten der mit Hautausschlag auf Metamizol reagiert hat. Letztendlich ist es wie fast immer: Risiko-Nutzen-Abwägung. In der Handlungsanweisung steht drin, dass Metamizol ein gutes Profil hat und auch andere Analgetika nicht nebenwirkungensfrei sind. Und bei Koliken ist es einfach das Mittel der Wahl.

        Die Nationalitätenunterscheidung finde ich trotzdem sehr schwierig.(Achtung jetzt wird’s ethisch) wir haben keine wirklichen Kriterien wo wir anfangen … 1. Generation nach Einwanderung, x Jahre in Deutschland etc. Mal ganz davon abgesehen habe ich leider auch keine Liste gefunden in welchen Ländern Metamizol eine Zulassung hat und wo nicht.
        Wie gesagt: bei unserem
        US Klientel bin ich da restriktiv.

        So aufstehen die ICU ruft
        beste Grüße aus Hessen
        Norbert
        @laibarzt

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