"Sonderfolge" Reanimation – Was die Leitlinien uns (nicht) sagen

Einen spannende Sonderfolge über Reanimation mit Justus von dasFoam.org ! Wir diskutieren aktuelle Evidenz und erweiterte Maßnahmen und am Ende gibt es noch eine kleine Überraschung! Rein- und durchhören lohnt sich !

Evidenz-Grade:

Empfehlungsgrade:

Quellen beide Abbildungen: AHA

Top-Artikel von dasFOAM:

MUST READ FÜR ALLE:
https://dasfoam.org/2018/08/18/kreislaufstillstand-eine-videoanalyse/
Pulscheck-Artikel von Justus:
https://dasfoam.org/2019/11/24/der-tod-des-pulschecks/
Smartwatch:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6367979/

Die weiteren Quellen findet Ihr dann in den jeweiligen Artikeln von dasFOAM

Quellen Airway-Managament:

Jabre P, Penaloza A, Pinero D, et al. Effect of Bag-Mask Ventilation vs Endotracheal Intubation During Cardiopulmonary Resuscitation on Neurological Outcome After Out-of-Hospital Cardiorespiratory Arrest: A Randomized Clinical Trial. JAMA. 2018; 319(8):779-787.

Benger, Jonathan R., et al. „Effect of a strategy of a supraglottic airway device vs tracheal intubation during out-of-hospital cardiac arrest on functional outcome: the AIRWAYS-2 randomized clinical trial.“ Jama 320.8 (2018): 779-791.

Bernhard, M., et al. „Out-of-hospital airway management during manual compression or automated chest compression devices.“ Der Anaesthesist 67.2 (2018): 109-117.

Izawa, Junichi, et al. „Pre-hospital advanced airway management for adults with out-of-hospital cardiac arrest: nationwide cohort study.“ bmj 364 (2019): l430.

Quellen Medikamente:

Ahrens T et al. End-tidal carbon dioxide measurements as a prognostic indicator of outcome in cardiac arrest. Am J Crit Care 2001; 10(6): 391 – 8. 

Paiva, Edison F., James H. Paxton, and Brian J. O’Neil. „The use of end-tidal carbon dioxide (ETCO2) measurement to guide management of cardiac arrest: a systematic review.“ Resuscitation 123 (2018): 1-7.

Quellen mechanische CPR:

1. Wacht O, Kohn J, Strugo R. Mechanical CPR Devices: Where is the Science https://www.jems.com/2019/11/12/mechanical-cpr-devices-where-is-the-science/. Published 2019. Accessed 12 November, 2019.

2. Bonnes JL, Brouwer MA, Navarese EP, et al. Manual Cardiopulmonary Resuscitation Versus CPR Including a Mechanical Chest Compression Device in Out-of-Hospital Cardiac Arrest: A Comprehensive Meta-analysis From Randomized and Observational Studies. Annals of emergency medicine. 2016;67(3):349-360 e343.

3. Gates S, Quinn T, Deakin CD, Blair L, Couper K, Perkins GD. Mechanical chest compression for out of hospital cardiac arrest: Systematic review and meta-analysis. Resuscitation. 2015;94:91-97.

4. Ong ME, Mackey KE, Zhang ZC, et al. Mechanical CPR devices compared to manual CPR during out-of-hospital cardiac arrest and ambulance transport: a systematic review. Scand J Trauma Resusc Emerg Med. 2012;20:39.

5. Youngquist ST, Ockerse P, Hartsell S, Stratford C, Taillac P. Mechanical chest compression devices are associated with poor neurological survival in a statewide registry: A propensity score analysis. Resuscitation. 2016;106:102-107.

6. Newberry R, Redman T, Ross E, et al. No Benefit in Neurologic Outcomes of Survivors of Out-of-Hospital Cardiac Arrest with Mechanical Compression Device. Prehosp Emerg Care. 2018;22(3):338-344.

7. Gonzales L, Oyler BK, Hayes JL, et al. Out-of-hospital cardiac arrest outcomes with “pit crew” resuscitation and scripted initiation of mechanical CPR. Am J Emerg Med. 2019;37(5):913-920.

8. Kahn PA, Dhruva SS, Rhee TG, Ross JS. Use of Mechanical Cardiopulmonary Resuscitation Devices for Out-of-Hospital Cardiac Arrest, 2010-2016. JAMA Netw Open. 2019;2(10):e1913298.9. Wang PL, Brooks SC. Mechanical versus manual chest compressions for cardiac arrest. Cochrane Database Syst Rev. 2018;8:CD007260.

Und hier der Link zum Kongress, kommt vorbei und diskutiert mit uns! Wir freuen uns auf euch !!

http://www.cpr-secrets.de

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13 Kommentare

  • Markus

    Hallo

    Noch ein paar Dinge zu Larynxtubus und LaMa/iGel

    Ihr sagt, dass iGel sehr teuer sei. Letztendlich sind für den präklinischen Einsatz nur Devices mit gastralem Kanal (2.generation) empfohlen. Da ist die iGel günstiger als ein Larynxtubus-S und nur wenig teurer als LaMa mit Kanal anderer Hersteller. Wenn man dann noch mit kalkuliert, dass kein Material für Blockung/Cuffdruckmessung erforderlich ist und im Resus-Pack iGel auch Fixierung, Gleitgel und MS rnthalten ist, relativiert sich der Preis weiter.

    Daher spricht gegen die iGel nur, dass das Device innerklinisch kaum eingesetzt wird, aber die Handhabung fast der LM entspricht, was man innerklinisch sehr gut üben kann.

    Bei dem LT seid ihr ausführlich auf den Cuffdruck eingegangen – genauso wichtig ist die Einlage einer MS vor Beginn der Beatmung. Es gibt Fallberichte, in denen die LT-Spitze umgeschlagen ist, also auch nach oral zeigt. Diese Fehllage erkennt man nur durch die MS. Leider wird das recht stiefmütterlich behandelt.

    Mich wundert, dass der LT weiterhin so Bestand hat. Er hat mehr Nachteile als andere SGA (Insbesondere Cuffdruckschäden, aber auch Hinweiseauf verschlechterte zerebrale Perfusion, wo mir aber noch Daten fehlen, bislang nur aus Tiermodell und Tendenzen aus der Präklinischen Airwaystudie – wünsche mir zB noch ne Aufarbeitung des Reanimationsregisters) und fehlende Übungsmöglichkeiten, zumal das Personal auch auf die LM für die Kinder (LT für Kinder < 10 kg obsolet) geschult werden muss. Ob der propagierte höhere Aspirationsschutz auch gegenüber 2.Gen-LM noch besteht, weiß ich nicht. Zumindest scheint ein höherer Aspirationsschutz nicht outcomerelevant zu sein, vgl BVM unter Rea.

    • Thorben Doll

      Moin Markus,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wahrscheinlich sind unsere Preisvorstellungen bzgl. der I-Gel etwas veraltet. Allerdings würde ich sagen das ein Teil der Kosten die du unter dem Resus-Pack aufführst unter „Eh-Da“ kosten fallen. Das heißt diese Sachen müssen ja so wie so auf den Rettungsmitteln vorgehalten werden…..

      Bzgl. des Larynx-Tubus sind wir ja auch sehr kritisch! Wobei ich einen etwas anderen Ansatz habe als du: Wenn der RTW einen LT gelegt hat (ohne MS) und Luft in den Patienten geht (Capno/Auskultation) dann ist er auch nicht umgeschlagen.

      Ich befürchte das der LT einfach in vielen RD Bereichen so gehypt wurden, dass es jetzt lange dauert ihn wieder weg zu bekommen……Leider……

      Bzgl. AW Management bei Kindern (besonders < 10kg) bin ich eh sehr kritisch. Die lassen sich meist sehr einfach bebeuteln und wenn man keine Erfahrung mit Kindern hat kann man mit jedem AW-Device bei den kleinen sehr viel Schaden anrichten. Da halte ich es mit dem PALS Update 2019: "Mach das was du kannst!" D.h. wenn du Expertise im AW Management bei Kindern hast: gut. Wenn nicht: lass deine Finger davon..... Liebe Grüße Thorben

    • Basti

      Ich habe eine Frage zur angesprochenen schlechteren cerebralen Perfusion – ich kenne die Schweinestudie, die allen SGA eine schlechtere, cerebral Perfusion bescheinigt und eine nachfolgende Untersuchung am Menschen, die keine Relevanz diesbezüglich feststellt… gibt es darüber hinaus noch irgendetwas ? Eine Suche über die bekannten Maschinen war nicht zielführend.

      Danke und Grüße

      • Thorben Doll

        Moin Basti,

        Vielen Dank für deinen Kommentar. Studie muss ich raussuchen. Ich denke aber der Unterschied liegt am Cuffdruck. Der LT erreicht mit der mitgelieferten Spritze geblockt Cuffdrücke > 100 mmHg. Eine LMA würde ich erstmal gar nicht blocken.

        Liebe Grüße aus Hannover

        Thorben

  • Markus

    >>Bzgl. des Larynx-Tubus sind wir ja auch sehr kritisch! Wobei ich einen etwas anderen Ansatz habe als du: Wenn der RTW einen LT gelegt hat (ohne MS) und Luft in den Patienten geht (Capno/Auskultation) dann ist er auch nicht umgeschlagen.<<

    Eben nicht. Er schlägt an der Stelle des geringsten Materials (also Beatmungsöffnung) um – somit ist diese nicht verlegt, sondern offen, beide Cuffs befinden sich oberhalb – eine Beatmung (auch mit pos Kapno) ist möglich – eine Messung von insp- zu exp. Volumen, um eine teilweise gastrale Ventilation zu merken, ist regelhaft im RD nicht vorhanden. Man erkennt es nur frühzeitig durch die MS.

    Lies mal diese Kasuistik:
    DOI: 10.1055/a-0602-3799

  • Basti

    hallo !

    I-gel liegt aktuell als resus bei grob 15.- Liste und die normale bei 9.- Euro. Innerklinisch staffeln sich die Preise anders, somit günstiger als der LT und gleichauf mit Aura gain.

    Riesen Veto bei der Funktion der I-gel – diese hat nichts mit Temperatur zu tun. Auf der Homepage des Herstellers ist eine Stellungnahme dazu, es gibt die Arbeit von Dingley die ebenfalls gezeigt hat, was der Hersteller seit 2006 selbst zur Funktion sagt : Temperatur hat keinen Einfluss auf das Material. Anatomische Formung und das ausnutzen von Adhäsion sind verantwortlich für die Abdichtung und schaffen im Vergleich von LT, LMA Supreme und I-gel ( von Russo ) bessere Abdichtung, als der LT ( der initial über 120er Cuff Drücke hatte ).

    Viele Grüße

    Basti

    • Thorben Doll

      Hallo Basti,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Zugegeben da sind unsere Preisvorstellungen etwas veraltet gewesen. Das mit der Temperatur-Abhängigkeit ist ein spannendes Detail, dass wir im Februar Podcast aufgreifen werden. Ändert aber schlussendlich nichts an der Anwendung. Am Ende bleibt die I-Gel wahrscheinlich das beste Device für die Präklinik.

      Lieben Gruß

      Thorben

  • Marc Da Silva

    Hallo zusammen,
    Ich noch eine Frage zur LAMA während der präklinischen Reanimation:
    Ich habe im Anästhesie Block meiner NotSan Ausbildung öfter mal mit der LAMA Kontakt gehabt und habe festgestellt, dass sie sehr anfällig für Undichtigkeiten bzw. „Verrutschen“ ist, insbesondere bei Lageveränderung. Macht es dann Sinn einen solch sensiblen SGA in der präklinschen (vorallem Reanimations-) Situation einzulegen? Durch die Thoraxkompression an sich und auch den evt. späteren Transport kommt so viel Bewegung in den Patienten, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass eine durchgehende suffiziente Oxygenierung durch einen abgedichtete LAMA des Patienten sichergestellt wäre. Da ist der LT durch seine zwei Cuffs (so böse sie auch sein mögen) besser gesichert. Ansonsten bin ich natürlich voll auf eurer aller pro LAMA Seite
    Wie steht ihr dazu? Habe ich da einen Denkfehler?
    Grüße vom Bodensee
    Marc

    • Thorben Doll

      Moin Marc,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube du musst das anders sehen:

      1.Die LMA wird zumindest bei uns im OP regelhaft nicht fixiert. Im präklinischen Setting sollte sie selbstverständlich analog zum LTA fixiert werden.

      2. Meiner Erfahrung nach haben auch die LT eine erhebliche Leckage. Wir messen sie nur präklinisch nicht und der präklinische Flow ist so hoch das eine moderate Leckage nicht ins Gewicht fällt.

      3. Bei der LMA kenn ich zumindest ein paar Kniffe wie ich die Leckage reduzieren kann. Bei dem LT fehlt mir dieses Wissen. Da keiner in Deutschland ihn tagtäglich unter kontrollierten Bedingungen verwendet unterstelle ich mal, dass es den meisten so geht.

      Ich hoffe das beantwortet deine Frage

      Liebe Grüße aus Hannover

      Thorben

  • Philipp

    Um zu dem Thema des Atemwegsmanagements unter CPR noch ein wenig mehr Verwirrung zu stiften:
    Kennt ihr irgendwelche belastbaren Daten bezüglich Beatmungsfrequenz bzw. ITN vs. SGA unter Verwendung einer automatischen Reanimationshilfe (LUCAS etc.) ?

    dazu nämlich folgende Anregungen:

    http://news-papers.eu/?p=45

    https://www.agbn.de/beatmen-bei-nutzung-automatischer-reanimationsgeraete/

    https://www.aelrd-bayern.de/images/stories/pdf/rda/6.3_Empfehlung_mCPR_Flyer_normal.pdf

    • Thorben Doll

      Moin Philipp,

      leider haben wir auch nach Recherche keine „belastbaren“ Daten dazu gefunden. Aus Angst vor zu hohen intrathorakalen Drücken (Beatmungsgerät vs. mCPR) würden wir der mCPR Gerät in den 30:2 Modus schalten. Eine bessere Antwort können wir dir derzeit leider nicht geben. Wenn du etwas findest immer gerne her damit…..

      lieben Gruß

      Johannes und Thorben

  • Stephan

    Hallo!
    Bin vor ein paar Tagen auf euch gestoßen und zieh mir grad eine Folge nach der anderen rein. Vielen Dank für eure großartige Arbeit!
    Zur Paramedic 2 und dem (qualitativen) Überleben bis zur/ nach der Entlassung. Da durfte ich letztens in einem Vortrag den Hinweis hören, dass das Outcome der post-resus-care in England generell um einiges schlechter sein soll als in vergleichbaren Ländern. Was den Schluss zwischen Adrenalin und Langzeitüberleben zumindest teilweise fraglich erscheinen lässt.

    • Johannes Pott

      Hallo Stephan,

      hast Du hierzu Daten ? Das würde uns sehr interessieren !

      Ich kann mir zwar vorstellen, dass auf Grund des NHS die Reha-Infrastruktur in UK nicht ganz so super ist, wie in Deutschland, aber einen riesigen Unterschied, der die Daten von Paramedic-2 in Frage stellen dürften, kann ich mir nur schwer vorstellen.

      Viele Grüße,

      Johannes

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