Hauptfolge Juli 2026 – Folge 91

Auch in der Sommerhitze ist hier auch diesen Monat wie immer wieder für unterhaltsames Medizinwissen gesorgt: Neben dem altbewährten Journalclub sprechen wir diesen Monat mit Gerrit über perioperative Vasoplegie. Außerdem haben wir wie immer natürlich wieder einen spannenden Lieblingsfehler für euch. Wir wünschen euch ganz viel Spaß beim Hören!

Hauptfolge August 2026 – Folge 92 pin-up-docs – don't panic

Auch im August 2026 haben wir wieder eine, hoffentlich kurzweilige und unterhaltsame Folge für euch vorbereitet, diesmal sogar mal wieder in früher üblicher Länge 😉 In dieser (etwas politischeren) Folge geht es unter anderem um das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Dominic hat einen Beitrag zu Muskelrelaxantien für euch vorbereitet und auch der Journal-Club kommt natürlich nicht zu kurz. Wir wünschen euch ganz viel Spaß beim Hören!
  1. Hauptfolge August 2026 – Folge 92
  2. Sonderfolge "Good Night Fatigue Studie"
  3. Hauptfolge Juli 2026 – Folge 91
  4. Sonderfolge "Rollenbilder in der Medizin"
  5. Hauptfolge Juni 2026 – Folge 90

Journalclub

Dominic

Public Acceptance of Emergency Research Without Prior Consent in Stroke https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42258209

Medizin ohne Menschlichkeit https://www.fischerverlage.de/buch/medizin-ohne-menschlichkeit-9783596220038

Henning

Gros HL, Werdecker V, Gunatharan K, Gockel I, Müller-Stich BP, Klasen JM. Surgeon Perceptions of Failure to Rescue After Surgery. JAMA Netw Open. 2026;9(6):e2617064. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.17064

Thorben

Paula

Leone M, Myatra SN, Dugar S, Wieruszewski PM, Russell L, Evans L, Delamarre L, Sharif S, Chew MS, Gong MN, Hernández G, Schorr C, Lakbar I, Smith SE, Martin-Loeches I, Annane D, Balik M, Cecconi M, De Backer D, Donadello K, Dünser MW, Einav S, Ferrer R, Juffermans N, Hamzaoui O, Landoni G, Levy B, McKenzie C, Monnet X, Ostermann M, Spies C, Singer M, Theodorakopulou M, Topeli A, Barreto E, Bauer SR, Busse LW, Coopersmith CM, Deutschman C, Holder AL, Kamaleswaran R, Legrand M, Martin GS, Maves RC, Nazer L, Nunnally ME, Prescott HC, Rincon T, Sacha GL, Seymour CW, Arabi YM, Besen BAMP, Cavalcanti AB, Deane AM, Finfer S, Hammond N, Ibarra-Estrada M, Kattan E, Kotani Y, Machado FR, Ospina-Tascón GA, Mer M, Young PJ, Rochwerg B, Khanna AK. Clinical criteria for the definition of refractory septic shock: a joint Delphi consensus from the Society of Critical Care Medicine (SCCM) and European Society of Intensive Care Medicine (ESICM). Intensive Care Med. 2026 May;52(5):984-1000. doi: 10.1007/s00134-026-08344-2. Epub 2026 Mar 24. PMID: 41874620.

Amacher SA, Gebert P, Tröster V, Mikail N, Vinzens A, Regitz-Zagrosek V, Arslani K, Helms J, Merdji H, Long MT, Hunziker S, Lohri M, Grzonka P, Berger S, Hollinger A, Wildi K, Yuen B, Kaufmann M, Sutter R, Siegemund M, Gebhard C, Gebhard CE; Swiss ICU Trial Group. Timing matters: sex differences in treatment limitation decisions in intensive care. Crit Care. 2026 Jun 19;30(1):331. doi: 10.1186/s13054-026-06139-x. PMID: 42316265; PMCID: PMC13307682.

Ines

Boenisch O, Schirmer L, Zapf A, Lühmann D, Grein B, Bangert-Tobies K, Huber TB, Reichenspurner H, Blankenberg S, de Heer G, Tohsche P, Scherer M, Schäfer I, Kluge S: Consent in intensive care: The concurrence of patients’ and families’ viewpoints. A simulation study. Dtsch Arztebl Int 2025; 122: 177–83. DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0242

Perioperative Vasoplegie

Die Quellen zu diesem Beitrag finden sich im zugehörigen schriftlichen Artikel. Dieser befindet sich aktuell noch in Arbeit, wird aber zeitnah auf unserer Homepage erscheinen.

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7 Kommentare

  • Andi

    Vielen Dank für’s Flagge zeigen!

    Ich würde gerne nochmal über Kochrezepte sprechen:
    Stichpunkt Anästhesie bei Sectio und liegendem PDK.
    Wenn der PDK gut gewirkt hat lass ich ihn gern drin und Spritze ±15ml Ropi 0,75% auf. Welche Dosierung nutzt ihr? Oder seid ihr eher Team : PDK raus und Spinale rein?

    Lieben Gruß

    Andi

    • Dana Maresa Haag

      Hallo Andi,

      je nachdem wie eilig es sein muss. Wenn ich die Wirkung über den PDK abwarten kann (also unsere Gynäkolog*innen uns diese Zeit einräumen) bin ich auch fürs Aufspritzen. Mache ich auch so mit Ropi 0,75% und idR 15 ml. Ich habe auch einmal 18 ml Ropi 0,3375% genommen, hat auch funktioniert. (Letzteres ging auf einen gedanklichen Fehler nachts um 3 zurück, war aber offensichtlich über das Volumen auch ausreichend 😉

      Danke für deinen Kommentar und die Blumen 🙂

      Dana und der Rest des Teams

    • Robert Woese

      Moin!

      Auch wir spritzen den PDK auf, wenn die Geburtshelfer es zulassen. Unser Kochrezept sieht aber etwas anders aus. Wir starten mit 10ml Lidocain 2% für den schnelleren Anschlag, wobei 2ml TD z.A. der akzidentiellen intrathekalen Fehllage sind, dann noch 5-10 Sufenta, falls die Maximaldosis diesbezüglich noch nicht ausgereizt wurde, und 5ml Ropi 0,75. Wenn es wirkt, aber noch nicht reicht, schießen wir alle 3-5 min 5ml Ropi nach, bis wir da sind, wo wir hin wollen. Tatsächlich kommt das alles nicht so oft vor, weil bei uns zur schmerzarmen Geburt die Spinalanalgesie (single shot Sufenta + Bupi 0,25%) häufiger angewandt wird als der PDK, aber wenn, dann landet man mit o.g. Rezept meist bei 10ml Ropi.

      LG Robert

  • Eva

    Vielen Dank für euren tollen und abwechslungsreichen Inhalt!!!

    ITN konventionell vs. videolaryngoskopisch:
    Ich bin nicht der Ansicht, dass man darauf verzichten sollte konventionelle Laryngoskopie zu lernen. Wenn ich es nur noch mit Bildschirm kann, bin ich sehr aufgeschmissen, wenn es einen Ausfall gibt. Bei einem konventionellen Laryngoskop bzw. 3er-Spatel am Video kann ich immer noch herkömmlich intubieren – wenn ich es denn per se beherrsche. Im Übrigen kann ich mir vorstellen, dass es da eine Bias geben könnte und dass die Videolaryngoskopie nur deshalb so viel besser ist, weil wir zur Zeit alle noch konventionell intubieren lernen und durch das Hilfsmittel einen Vorteil erzielen und nicht das Hilfsmittel zum einzigen Weg wird. (Vergl. hier auch Studie zum schwierigen, präklinischen Atemweg und dass bei Untersuchung Angaben auffiel, dass die anästhesiologischen NÄ signifikant weniger schwierige Atemwege erleben als andere Fächer). Versteht mich nicht falsch, Videolaryngoskopie ist ein immens wichtiges Werkzeug, darf aber meiner Ansicht nach kein Ersatz für handwerkliches Können sein.

    Liebe Grüße, Eva

  • Tobias Gutting

    Hi Leute,
    vielen Dank für die spannende Juli-Ausgabe, ich fand’s super, dass so viele intensivmedizinische Themen drankamen.

    Kleiner Kommentar zum Hauptthema Vasoplegie:
    Ich bin großer Freund invasiver Messung hämodynamischer Parameter, aber man kann mit ein paar Skills auch nicht invasiv einiges bestimmen, u.a. auch den systemischen vaskulären Widerstand (SVRI) und damit das Ausmaß der Vasoplegie. Wenn sich die Patient:innen einigermaßen schallen lassen, kann ich mittels VTI in RVOT oder LVOT den CO/CI bestimmen und zusammen mit MAD und ZVD den SVR kalkulieren. Bestimmungen mittels PAK oder Picco nutzen auch nur die gleiche Formel. Nachteilig ist, dass es natürlich nur eine Momentaufnahme ist. Ich habe damit ganz gute Erfahrungen gemacht, das stimmt bei ausreichender Schallqualität ganz gut mit invasiv gemessenen Werten überein.

    Kleinerer Kommentar zum Lieblingsfehler (wenn wir schon dabei sind):
    Wir haben zwar eine invasive Angiologie und auch Gefäßchirurgie in unserem Elfenbeinturm, große arterielle Schleusen z.B. nach Impella-CP Entfernung femoral werden aber trotzdem oft einfach gezogen und lange abgedrückt.

    Grüße an das ganze Team und vielen Dank für eure tolle Arbeit!

    Herzlich, Tobi

  • Kai Kirchhoff

    Guten Morgen ihr Lieben,
    meine Meinung zum VL-Beitrag:
    C-Mac 3 ist der bessere Spatel…
    Ich habe ca. 20000 DL hinter mir, davon einige Jahre HNO. Es gab diverse first pass failure (fpf). Seit einiger Zeit nutze ich VL, C-Mac 3, ca. 200 Anwendungen, keine fpf. Ich habe das D-Blade mehrfach versucht, diverse fpf:
    Mal ist der Tubus nicht exakt 70 Grad vorgebogen, mal ist der Tubus nicht exakt hinter der schwarzen Markierung gebogen, etc.
    Gefühlt bin ich als älterer Anästhesist durch VL mit C-Mac 3 deutlich schneleer als mit DL.
    Herzliche Grüße
    Kai
    PS.
    mein kleines Universitätsklinikum hat übrigens alle 40 Arbeitsplätze komplett auf VL umgestellt (DL ist nur als backup verfügbar).

    • Felix Gruner

      Volle Zustimmung, Kai – VL mit Mac-artigem Spatel halte ich auch für den sinnvollsten Standard.
      Bei den meisten Diskussionen um DL vs VL kommt meinem Empfinden nach die Spatelgeometrie viel zu kurz. Für viele aber nicht alle scheint Videolaryngoskopie synonym zum hyperangulierten Spatel zu sein, und wenn dies nicht klar angesprochen und geklärt wird, vergleicht man schnell Äpfel mit Birnen. Im Beitrag kam ja auch erst fast ganz am Schluss zur Sprache, dass die VL-Gruppe immer mit hyperangulierten Spateln gearbeitet hat.

      Der hyperangulierte Spatel hat einige je nach Situation gewichtige Vorteile, z.B.:
      – reklinationsfreie Intubation bei HWS-Trauma oder ähnlichem
      – zahnschonendes Arbeiten bei kleiner Mundöffnung (wenn der Einmalspatel nicht enorm dick ist – ich rede mit dir, Glidescope und dir, C-Mac Einmalspatel…)
      – meist einfachere Visualisierung der Glottis, der Spatel kann geradewegs mittig eingeführt werden

      Dazu kommen aber auch einige gewichtige Nachteile des hyperangulierten Spatels:
      – Tubuspassage durch die Glottis ist nicht immer trivial, korrekt vorgebogener Mandrin oder Bougie sind absolut essentiell, sehr leicht wird der Spatel zu tief eingeführt
      – ein Tropfen Sekret auf der Kamera = null komma null Sicht = Spatel nochmal raus, Kamera reinigen, erneut einstellen = first pass success: nope

      Der letzte Punkt ist für mich ausschlaggebend, beim leisesten Verdacht auf einen auch nur potenziell kontaminierten Atemweg (sei es durch Blut, Speichel, Mageninhalt) primär keinen hyperangulierten Spatel zu verwenden, sondern einen mit macintoshartiger Geometrie als Standard zu wählen. Denn selbst wenn die Kamera durch einen Hauch von Frühstück unbrauchbar wird, reicht das Licht in der Regel trotzdem aus, um mit einem z.B. Mac 3 problemlos direkt zu laryngoskopieren und den Bildschirm kurzerhand zu ignorieren.

      Unabhängig davon möge die SALAD-Technik hoffentlich jeder intubierenden Person auf Erden in Fleisch und Blut übergehen. Leider rettet auch sie einen nicht immer – ich denke an einen Einsatz im Rettungsdienst zurück, bei dem durch suizidale Kontaktaufnahme von Gummischrot mit einem Hals es zu einer unkontrollierbaren Blutung im Pharynxbereich kam, besagter Gummischrot nach Induktion und Relaxation mehrmals den Schlauch zur Absaugpumpe verstopfte und so trotz redlichster SALAD-Bemühungen die Kamera rasch nicht mehr brauchbar war. Was letztlich den Patienten (und mein Seelenheil) gerettet hat, war

      1) exzessive Präoxygenation mittels NIV mit PEEP vor RSI
      2) direkte Laryngoskopie mit dem verwendeten C-Mac 3er-Spatel – und diese direkte Laryngoskopie musste ich vorher auch ausreichend geübt haben, um in dieser durchaus unangenehmen Situation den Tubus am richtigen Ort platziert zu bekommen, bevor es zu einer relevanten Entsättigung kam.

      Schlussplädoyer:
      Wäre ich Chefarzt der Anästhesie und könnte mein Curriculum nach Gutdünken gestalten, würde ich folgendermassen den Skill Laryngoskopie und Intubation teachen: Start mit VL Mac, Trainee und Trainer sehen beide den Bildschirm. Im Verlauf sieht nur noch der/die Trainer den Bildschirm, Trainee übt die direkte Laryngoskopie und kann als Rückfallebene den Bildschirm einsehen. VL hyperanguliert kommt als dezidiert separater Skill mit spezifischen Indikationen und als Plan B hinzu.

      Wäre ich Chefarzt der Intensivmedizin und müsste Nicht-AnästhesistInnen ohne Möglichkeit des häufigen Trainings den Skill beibringen: schwierig. Wahrscheinlich würde ich VL Mac als Plan A und VL hyperanguliert als Plan B definieren und unter Supervision im Tagesgeschäft beide Techniken möglichst gleich oft teachen, damit in der Nacht oder in Abwesenheit von Anästhesiebackup beide Techniken beherrscht werden.

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